Marc Chagall
(* 7. Juli 1887 in Liosna bei Wizebsk, Weißrussland ; 28.
März 1985 in Saint-Paul-de-Vence, Frankreich)[1] war ein weißrussisch-französischer
Maler. In seinen Bildern, Mosaiken sowie den von ihm gestalteten Fenstern
und Theaterkulissen verwendete er stets wiederkehrende Symbole. Er gilt
als einer der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts. Marc Chagall wuchs
als Moishe Zakharovich Shagalov (französische Transkription des russischen
Namens; Moischa Sacharawitsch Schahalau), abgekürzt Moishe Segal auf.
Chagall wurde stark von seinem ärmlichen, jüdischen Elternhaus
im Geist der Chassidim geprägt.
Leben
Anfänge - Wizebsk und Petrograd
Marc Chagall wurde am 7. Juli 1887 als ältestes von neun Kindern einer
einfachen, streng jüdischen Familie in Liosno, einem Schtetl in der
Nähe von Wizebsk geboren, einer Stadt mit 50.000 Einwohnern, von denen
rund die Hälfte Juden waren. Seine Mutter, Feige-Ita, war eine einfache
Frau, sein Vater Sachar Arbeiter in einem Heringsdepot. Nachdem Chagall
die Cheder in Wizebsk besuchte, konnte er noch die offizielle städtische
Schule besuchen, welche normalerweise den Juden verwehrt war. Um dies zu
erreichen, hatte Chagalls Mutter den Lehrer bestochen. Chagall sprach nun
russisch anstatt jiddisch, nahm regelmäßig Gesangs- und Violinenunterricht
und begann zu zeichnen. Im Jahre 1906 schaffte Chagall den Abschluss der
Gemeindeschule und wurde daraufhin Schüler im Atelier des Malers Jehuda
Pen. Pen hatte an der Petersburger Akademie studiert und malte Porträts
und Genrebilder im Stil der Jahrhundertwende.
Mit meinen 27 Rubeln in der Tasche, den einzigen, die ich im Leben
von meinem Vater für die Reise erhielt, verschwinde ich, immer noch
rosig und voller Locken nach Sankt Petersburg, begleitet von meinem Kameraden.
Es ist entscheidend.
Marc Chagall: in Mein Leben.
Chagall besorgte sich die für Juden erforderliche Aufenthaltsgenehmigung
für Sankt Petersburg, um nach seiner Zeit bei Jehuda Pen in der Hauptstadt
eine gründlichere Ausbildung zum Künstler zu erhalten. Im Winter
der Jahre 1906 und 1907 zog er mit seinem Freund Viktor Mekler gemeinsam
nach Petrograd. Im selben Jahr fiel Chagall durch die Aufnahmeprüfung
für die St. Petersburger Kunstakademie und begann daraufhin gemeinsam
mit Mekler eine Ausbildung an der Schule der Kaiserlichen Gesellschaft zur
Förderung der Künste in Sankt Petersburg im Frühjahr 1907.
Im Juli des Jahres 1908 verließ Chagall die Schule wieder und ging
für kurze Zeit an die Privatschule Saidenberg und malt noch im selben
Jahr das noch heute sehr berühmte schwarz-weiß Bild Der
Tote, welches auf keiner Ausstellung Chagall´s fehlte.[2]
Noch im selben Jahr wechselte Chagall auf die Swansewa-Schule, deren Leiter
Léon Bakst nun Chagalls Lehrer wurde. Erst Bakst lenkte Chagalls
Aufmerksamkeit erstmals auf die neuere Malerei. Während seiner Studienzeit
bei Bakst reiste Chagall immer wieder nach Wizebsk und lernte dort seine
spätere Frau Bella Rosenfeld kennen. Im Jahre 1910 verließ Chagall
die Swansewa-Schule, um nach Paris zu gehen, wo er sich neue Anregungen
für seine Kunst versprach, da er bis ins Jahr 1910 Bilder der Geschwister,
eigentümliche visionäre Szenen des Lebens einer dörflichen
Gemeinschaft - Wizebsk -, sowie Bilder zum Thema Familie als auch zum Thema
Geburt und Hochzeitszug. Die russische Kunstszene hatte in Paris - mehr
noch als im eigenen Land - zu dieser Zeit eine große Resonanz erfahren.
Paris! Für mich gab es kein schöneres Wort.
Marc Chagall
Aufenthalt in Paris
Mit einem kleinen Stipendium seines Gönners Max Winawer ausgestattet,
reiste Chagall im September 1910 mit dem Zug nach Paris und bezog dort sein
erstes eigenes Atelier in der Impasse du Maine (heute rue Antoine Bourdelle),
in der Nähe der Gare Montparnasse. Er erhoffte sich dort weitere Unterstützung
durch die dort lebenden russischen Künstler, wie Alexej von Jawlensky,
Wassili Kandinsky und Jacques Lipchitz. Am Montparnasse schloss er mit Guillaume
Apollinaire, Robert Delaunay und Fernand Léger und anderen Freundschaft.
Nur die Entfernung, die zwischen Paris und meiner Heimatstadt liegt,
hat mich abgehalten, sofort wieder zurückzukehren, beklagte sich
Marc Chagall über die neuen Lebensumstände, mit denen Chagall
- das Kind vom Lande - zunächst nicht zurecht kam. Später nannte
Chagall Paris jedoch sein zweites Wizebsk.
Damals hatte ich erkannt, dass ich nach Paris gehen musste. Die
Erde, die die Wurzeln meiner Kunst genährt hatte, war Witebsk; aber
meine Kunst brauchte Paris so nötig wie ein Baum das Wasser. Ich hatte
keinen anderen Grund, meine Heimat zu verlassen, und ich glaube, ihr in
meiner Malerei immer treu geblieben zu sein.
Marc Chagall
In den Pariser Galerien sah Chagall erstmals die Original-Gemälde
von Gauguin und Van Gogh und anderen bekannten Künstlern; besonderen
Eindruck machten die Arbeiten von Matisse im Herbstsalon des Louvre auf
ihn.
Erste Versuche mit dem Kubismus sind in Chagalls Bild Intérieur
II (1911) festzustellen; eine erste eigene, zeitgemäßere
Form entwickelte er jedoch erst mit Meiner Braut gewidmet (1911),
dessen sexuelles Bildmotiv dazu führte, dass der Künstler es erst
1912 auf dem Pariser Frühjahrssalon ausstellen konnte es war
dem Veranstalter zu pornographisch. Für Chagall war der Kubismus die
Sprache, in welcher sich die Magie der Welt ausdrücken ließ.
Im selben Jahr nahm Chagall auch erstmals am Salon des Indépendants
und am Salon d'Automne teil. Chagall fand seinen Zugang zum
Kubismus, anders als zeitgenössische Kollegen, nicht über Picasso,
sondern über Delaunay.
Im Winter der Jahre 1911 und 1912 zog Chagall in ein neues, größeres
Atelier ins La Ruche (Der Bienenkorb), eine 1902 vom Bildhauer
Alfred Boucher gegründete Künstlersiedlung im 15. Arrondissement.
Dort begegnete er den Avantgardisten des Montparnasse wie den Dichtern Apollinaire,
Jacob und Cendrars und den Malern Gleizes, Léger und Modigliani.
Das größere Atelier hatte für Chagall auch einen praktischen
Effekt: er konnte größere Bildformate malen.
Viele der in dieser Periode entstandenen Bilder datierte Chagall später,
wie heute bekannt ist, rückwirkend mit einer falschen Jahreszahl; so
wurde etwa Ich und das Dorf, obwohl 1911 datiert, schon im La
Ruche gemalt. Der wichtigste Gefährte in den Pariser Jahren war
der Dichter Blaise Cendrars, aus dessen Feder die Titel Ich und das
Dorf, Meiner Braut gewidmet sowie Russland, den
Eseln und den anderen stammten. Bei Literaten wie Cendrars fand Chagall
Anerkennung und Bestätigung für seine Arbeit, da er - außer
für einige Grafiken - in dieser Zeit noch keine Käufer für
seine Bilder gefunden hatte. So war es dann Guillaume Apollinaire, der die
Bildwelten Chagalls, die sich trotz der Nähe zum Kubismus davon abgrenzten,
den Namen surnaturel (übernatürlich) gab. Später
nannte Apollinaire sie dann surreal.
Chagall ist ein sehr begabter Kolorist und gibt sich allem hin,
wozu seine mystische und heidnische Imagination ihn treibt: Seine Kunst
ist sehr sinnlich.
Guillaume Apollinaire
Ich erinnere mich an den ersten Besuch von Apollinaire in meinem
Atelier im Jahre 1912. Vor meinen Bildern aus der Zeit von 1908 bis 1912
gebrauchte er das Wort surnaturalisme. Ich konnte nicht ahnen,
dass 15 Jahre später die surrealistische Bewegung kommen würde.
Marc Chagall
1913 lernte Chagall über Apollinaire den Berliner Kunsthändler
Herwarth Walden kennen und nahm noch im selben Jahr am ersten Herbstsalon
in Berlin teil; bei diesem Anlass verließ er nach drei Jahren erstmals
wieder Frankreich. Walden war ein Mentor des Expressionismus und Herausgeber
des Der Sturm, einer deutschen Zeitschrift für avangardistische Kunst.
Im Frühjahr 1914 organisierte Walden auf Fürsprache Apollinaires
in seiner Berliner Galerie Der Sturm Chagalls erste Einzelausstellung,
der dies als Chance auf einen internationalen Durchbruch ansah. Er reiste
zur Vernissage nach Berlin. [3]
Russland - Erster Weltkrieg und russische Revolution
Nach der Ausstellung reiste Chagall mit einem dreimonatigen Besuchervisum
am 13. Juni 1914 nach Russland, um beim Geburtstag seiner Schwester dabei
zu sein und um Bella Rosenfeld wiederzusehen. Während seines Aufenthaltes
in Wizebsk brach am 28. Juli der Erste Weltkrieg aus, wodurch die Grenzen
geschlossen wurden. Zurückblickend verhinderte der Ausbruch die Karriere
Chagall´s nachträglich. Ende März des Jahres 1915 hatte
Chagall eine Ausstellung in Moskau. Noch Am 25. Juli desselben Jahres heiratete
er Bella Rosenfeld in Wizebsk gegen die Bedenken seiner Schwiegereltern.
Sie brachte mir morgens und abends liebliche hausgebackene Kuchen
ins Atelier, gebackenen Fisch, gekochte Milch, bunte Stoffe und sogar Bretter,
die mir als Staffelei dienten. Ich öffnete nur mein Fenster, und schon
strömten Himmelblau, Liebe und Blumen mit ihr herein. Ganz weiß
gekleidet oder ganz in Schwarz, geistert sie lange schon durch meine Bilder,
als Leitbild meiner Kunst.
Marc Chagall
Im Herbst zog Chagall nach Petrograd, wo 1916 die gemeinsame Tochter Ida
geboren wurde. Chagall arbeitete im Büro seines Schwagers Jakow Rosenfeld,
um dem Kriegsdienst zu entgehen. In Petrograd konnte Chagall sich mit den
neuen Tendenzen der Kunst in Russland befassen, so griff er den Primitivismus
von Natalia Gontscharowa und Michail Larionow auf, der seiner Bildauffassung
nicht unähnlich war. Im November des Jahres reiste er nach Moskau,
um eine weitere Ausstellung zu eröffnen.
Nachhaltig prägend für Chagalls Leben war nach seinen eigenen
Angaben die Februarrevolution des Jahres 1917, die er im Zentrum der Ereignisse,
in Petrograd, miterlebte.
Nach der Oktoberrevolution kehrte der Künstler mit Frau und Tochter
nach Wizebsk zurück. Lunatscharski, den Chagall in Paris kennengelernt
hatte, wurde von Lenin zum Leiter des Kulturministeriums bestimmt. Er ernannte
Chagall am 12. September 1918 zum Kommissar für die Schönen
Künste im Woblast Wizebsk.
Chagall organisierte im Rahmen seines neuen Amtes Ausstellungen und Festlichkeiten
und sorgte für die Neu- und Wiedereröffnung von Museen. Im Jahre
1919 wurde auf seine Anregung in Wizebsk eine Kunstakademie eröffnet,
in welcher er als Direktor Kunstunterricht erteilte. Weil Wizebsk von den
Hungersnöten in Russland weitestgehend verschont blieb, kamen immer
mehr Künstler wie El Lissitzky und Kasimir Malewitsch an die Kunstakademie;
sie wurden von Chagall als Lehrkräfte eingestellt. In den Monaten April
bis Juni nahm Chagall an der Ersten Staatlichen Ausstellung revolutionärer
Kunst im ehemaligen Winterpalais in Petrograd teil. Die sowjetische
Regierung erwarb zwölf seiner Bilder.
Im Jahre 1920 trat Chagall von der Leitung der Kunstakademie zurück,
nachdem es zwischen im und Malewitsch immer wieder Streitigkeiten gab, da
es zur damaligen Zeit eine Art Richtungskampf um die zukünftige Kunst
gab, bei welchem Malewitsch durch das Bild Schwarzes Rechteck auf weißem
Grund zu einem der führenden Köpfe dieses Kampfes wurde. Weiter
propangandierte Malewitsch seine Kunst als reine Malerei, was
für Chagall ein Dorn im Auge war. Chagall verließ mit seiner
Familie Wizebsk im Mai des selben in Richtung Moskau wo die Familie in Armut
lebte. In dieser Zeit entwarf Chagall Wandbilder, Dekorationen und Kostüme
für das Jüdische Theater. Die staatliche Nachfrage
nach seinen Arbeiten ließ in dieser Periode stark nach, da sie nicht
mehr in das offizielle politische Kunst- und Künstlerbild passten.
Zu dieser Zeit wurden die Unterstützungen der Künstler nach ihrer
politischen Brauchbarkeit klassifiziert, in dieser von ihrer Unterstützung
stark abgestuften Klassifizierung, landete Chagall ziemlich weit unten,
da Malewitsch für diese Klassifizierung verantwortlich war und er nicht
viel von Chagall hielt, war Chagall´s Position auch nicht weiter überraschend.
Im Jahre 1921 war Chagall als Zeichenlehrer in der Kriegswaisenkolonie
Malachowka bei Moskau tätig. Noch im gleichen Jahr begann
er mit der Niederschrift seiner Autobiographie Mein Leben, in
der er unter anderem die Missachtung seiner künstlerischen Individualität
durch den totalitären Staat kritisierte.
1922 verließ Chagall mit seiner Familie Russland in Richtung Berlin,
um dort an seine Aufbruchszeit anzuknüpfen und sich mit dem Erlös
seiner dort zurückgelassenen Bilder finanziell abzusichern. Gründe
für die Ausreise waren neben seinen finanziellen Problemen die mangelnden
Zukunftsaussichten. Die Ausreisepässe besorgte ihm und seiner Familie
sein Freund Lunatscharski.
Aufbruch - Berlin, Paris und Frankreich
Als Chagall im Sommer des Jahres 1922 in Berlin ankam besuchte er Walden,
der in der Zwischenzeit seine zurückgelassenen Bilder verkauft und
das erlöste Geld auf ein Konto einbezahlt hatte, das jedoch aufgrund
der Inflation in Deutschland wertlos geworden war. Chagall klagte vor Gericht
auf Rückgabe von 150 Bildern, als Entschädigung für seine
beim Kriegsausbruch zurückgebliebenen Bilder kaufte das Gericht einige
davon für ihn zurück.
Noch im selben Jahr begann Chagall im Auftrag des Berliner Kunsthändlers
Paul Cassierer Radierungen zu einer Buchausgabe von Mein Leben.
Am 1. September 1923 siedelte Chagall mit seiner Familie nach Paris über.
Er wurde von dem Pariser Verleger Ambroise Vollard, einem Mentor der Kubisten
und väterlicher Freund Picassos, den Chagall durch Cendrars kennengelernt
hatte, beauftragt Die toten Seelen von Nikolai Gogol zu illustrieren.
Es folgte eine sehr produktive Periode für Chagall, der damit begann,
seine durch den Krieg verlorenen Bilder nach Reproduktionen oder aus seinen
Erinnerungenen nachzumalen. Durch das Nachmalen der verlorenen Bilder wollte
Chagall nicht nur die finanziellen Verluste ausgleichen, sondern auch seiner
Vorstellung gerecht werden, nach der in seine Bilder immer ein Stück
seines künstlerischen Ich eingegangen sei. So malte er in den
darauffolgenden Jahren die meisten seiner Bilder ein zweites Mal.[3]
Im Sommer 1924 reiste Chagall in die Bretagne, wo er zum ersten die Schönheit
der dortigen Landschaft entdeckte. Im selben Jahr zog Chagall mit seiner
Familie nach Paris, in ein ein Appartement an der Avenue d'Orléans,
in welchem Jahre zuvor schon Lenin gewohnt hatte. In Paris veranstaltete
der Künstler seine erste Retrospektive.
Vollard beauftragte Chagall im Jahre 1925 mit der Illustration für
die Fabeln von Jean de La Fontaine, diese entst. Zu seiner ersten Ausstellung
in New York 1926 reiste er nicht an. Im selben Jahr griff Chagall mit seinem
Bild Drei Akrobaten erstmals das Zirkusmotiv auf, betört
vom Zusammenspiel von Tanz, Theater uns Musik. Eine Mappe mit einer Sammlung
von Gouachen, die Chagall 1927 im Auftrag von Vollard anfertigte, wurde
Cirque Vollard genannt. Von 1928 bis 1931 war Chagall mit den
Radierungen zu den Fabeln von La Fontaine beschäftigt.
Ein Vertrag mit dem Kunsthändler Bernheim entledigte Chagall und seine
Familie aller finanzieller Sorgen - die Familie zog in eine Villa um und
konnte sich Reisen nach Südfrankreich leisten; außerdem gab es
Aufenthalte in der Auvergne und in Savoyen.
Nachdem Vollard Chagall 1930 vorgeschlagen hatte, Illustrationen zur Bibel
anzufertigen, reiste dieser 1931 nach Palästina, um sich vor Ort mit
den Landschaften der biblischen Welt vertraut zu machen. Insgesamt arbeitete
Chagall von 1931 bis 1939 und von 1952 bis 1956 an den Bibel-Motiven.
Ich kam nach Palästina, um gewisse Vorstellungen zu überprüfen,
ohne Fotoapparat, sogar ohne Pinsel. Keine Dokumente, keine Touristeneindrücke,
und trotzdem bin ich froh, dort gewesen zu sein. Von weit her strömten
sie zur Klagemauer, bärtige Juden in gelben, blauen, roten Gewändern
und mit Pelzmützen. Nirgendwo sieht man so viel Verzweifelung und so
viel Freude; nirgends ist man so erschüttert und so glücklich
zugleich beim Anblick dieses tausendjährigen Haufens von Steinen und
Staub in Jerusalem, in Sefad, auf den Bergen, wo Propheten über Propheten
begraben liegen.
Marc Chagall
Nach einer Reise in die Niederlande 1932 hatte Chagall im darauffolgenden
Jahr seine erste große Retrospektive in der Kunsthalle von Basel.
Chagall reiste im Jahre 1934 nach Spanien und malte noch im gleichen Jahr
das Porträt Bella in Grün. Im Frühjahr des Jahres
1935 reiste Chagall nach Polen, wo er erkannte, dass die politische Wirklichkeit
eine Übermacht darstellte, welcher sich seine Bilder nicht
mehr verschließen konnten. Für Chagall wurde in Polen zum ersten
Mal die von Deutschland ausgehende Bedrohung für die jüdische
Welt spürbar. Chagall war tief erschüttert, als er das jüdische
Viertel sah und noch mehr, als er als Augenzeuge mit ansehen musste, wie
sein Freund Dubnow auf offener Straße als Drecksjude beschimpft
wurde. Diese Eindrücke des Warschauer Ghettos hinterließen bei
Chagall tiefe Spuren und schlugen sich noch Jahre später in seinen
Bildern nieder, unter anderem in dem Schwarzweiß-Bild Die Synagoge
in Wilna.
Im Jahre 1937 hielt sich Chagall in Villeneuve-les-Avignon auf und reiste
noch im selben Jahr nach Italien. Währenddessen werden auf der Ausstellung
Entartete Kunst 59 Werke Chagalls konfisziert. Im darauf folgenden
Jahre erneuerte und wiederholte Chagall seine Beschäftigung mit dem
Thema der Kreuzigung, welches zu jener Zeit als Symbol der Leiden
galt sowie das Bild Die weiße Kreuzigung, in welchem er
seine Entsetzen über die Judenverfolgung und den entflammten Antisemitismus
in Frankreich ausdrückt. Im Jahre 1939 hielt sich Chagall an der Loire
und in der Provence auf und erhielt den Carnegie-Preis. Während dieser
Periode lähmte die Judenverfolgung in Europa durch die Nationalsozialisten
sein Schaffen. In mehreren Bildern - so auch in seinem Werk Die Zeit
ist ein Fluss ohne Ufer (1930-39) - stellte Chagall die Lähmung
durch ein diagonal in den Uhrenkasten gestelltes Pendel dar; die gefährliche
Zeit steht für ihn förmlich still. Als im September des Jahres
1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach, zog Chagall mit seiner Familie von der
Loire nach Gordes in Südfrankreich, da ihm die größere Distanz
zu Deutschland und dem Kriegsgeschehen auch eine gewisse Sicherheit vor
einer möglichen Verhaftung und Deportation verschaffte.
Wenn es je eine moralische Krise gab, so die der Farbe, der Materie,
des Blutes und ihrer Elemente, der Worte und Töne, all jener Dinge,
aus denen man ein Kunstwerk erschaft wie auch ein Leben. Denn selbst wenn
man eine Leinwand mit Wülsten von Farbe bedeckt, gleichviel, ob dabei
Umrisse zu erkennen sind oder nicht - und selbst wenn man Wort und Töne
zur Hilfe nimmt -, so entsteht deshalb nicht unbedingt ein authentisches
Kunstwerk.
Marc Chagall
Während Chagalls Aufenthalt in Marseille im Jahre 1941 kam es bei
einer Polizeirazzia zu seiner Festnahme. Die drohende Auslieferung der Behörden
an die Deutschen konnte durch eine Intervention der Vereinigten Staaten
knapp verhindert werden. Das Vichy-Regime bot Chagall keinen Schutz mehr.
Obwohl Chagall einige öffentliche Fürsprecher hatte, verließ
er mit seiner Familie, mit einer Einladung des Museum of Modern Art
in der Tasche, am 7. Mai des gleichen Jahres Frankreich und reiste per Schiff
nach Amerika.
Das Wesentliche ist die Kunst, die Malerei, eine Malerei, die ganz
anders ist, als alle Welt sie macht. Aber welche? Wird mir Gott oder sonst
jemand die Kraft geben, dass ich den Bildern meinen Atem einhauchen kann,
den Atem des Gebetes und der Trauer, des Gebets um Erlösung und Wiedergeburt?
Marc Chagall: in Mein Leben
Emigration - USA
Chagall und seine Familie trafen am 23. Juni, dem Tag des deutschen Überfalls
auf die Sowjetunion, in New York ein. Nach einem kurzen Aufenthalt in Preston
etwas außerhalb zogen sie in eine kleine Wohnung in New York um. Dort
traf Chagall auch Breton, Léger, Mondrian und Masson wieder, die
ebenfalls in die USA emigriert waren. Im Sommer des Jahres 1942 entwarf
Chagall in Mexiko Bühnenbilder und Kostüme für das Balett
Aleko zur Musik von Tschaikowsky, welches am 10. September in
Mexiko Stadt uraufgeführt wurde. Im Sommer des Jahres 1943 hielt sich
Chagall wieder in den USA, am Cranberry Lake (New York), auf. Trotz der
großen Entfernung zum Kriegsgeschehen in Europa bewegte ihn dieses
sehr. Zu diesem Thema der Schrecken und der Zerstörung des Krieges
malte er eine Reihe von Bildern, wie Der Krieg oder Die
Kreuzigung in Gelb. Am 2. September des Jahres 1944 starb seine Frau
Bella an einem Virusinfekt. Daraufhin fiel Chagall in eine Depression und
war monatelang unfähig zu malen.
In Amerika habe ich gelebt und gearbeitet in einer Zeit der weltweiten
Tragödie, die alle Menschen betroffen hatte. Während die Jahre
dahingingen, bin ich nicht jünger geworden. Aber ich konnte in der
Atmosphäre der Gastfreundschaft Kraft schöpfen, ohne dass ich
die Wurzeln meiner Kunst verleugnen musste.
Marc Chagall
Im Frühjahr des Jahres 1945 begann Chagall dann allmählich wieder
Bilder zu malen; in seinen Bildern wählte er häufig das Motiv
der Braut. Noch im selben Jahr stattete er das Strawinsky-Ballett Der
Feuervogel für die Metropolitan Opera in New York aus. Im darauf
folgenden Jahr hatte Chagall eine Retrospektiv-Ausstellung im Museum of
Modern Art in New York. In einer Vorlesung im Jahre 1946 in der Universität
von Chicago sagte er: Ich bin ein Maler und sozusagen ein unbewusst
bewusster Maler. Es sind so viele Dinge im Reich der Kunst, für die
schwer Schlüsselwörter zu finden sind. Aber warum eigentlich muss
man unbedingt diese Tore zu öffnen versuchen? Manchmal scheint es,
dass sie sich von selbst auftun, ohne Anstrengung, ohne Anstrengung, ohne
überflüssige Wörte. Diese, von ihm angesprochenen,
Schlüsselwörte verwendete Chagall als wiederkehrende Symbole in
seinen Bildern.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa reiste Chagall 1946 nach
Paris. Im Jahre 1947 hatte er wieder eine Ausstellung im Musée
d'Art Moderne in Paris sowie weitere in Amsterdam und London. Außerdem
vollendet er im selben Jahr seinen bereits 1923 begonnenen Engelsturz, in
welchem ein roter Engel kopfüber in die Tiefe stürzt. Im Sommer
des Jahres 1948 beschloss Chagall, endgültig nach Frankreich zurückzukehren.
Rückkehr - Europa
Als Chagall mit seiner Familie im August des Jahres 1948 nach Paris zurückkehrte,
wohnten sie in Orgevall in der Nähe von Saint-Germain-en-Laye. Chagall
hatte mehrere Ausstellungen, im Stedelijk Museum in Amsterdam und in der
Tate Gallery in London, außerdem erhielt er seinen ersten Preis für
Grafik auf der 25. Biennale von Venedig. Noch im selben Jahr wurden Lithografien,
an denen Chagall schon in New York gearbeitet hatte, unter dem Titel Arabian
Nights veröffentlicht. Im darauf folgenden Jahr zog Chagall nach Saint-Jean-Cap-Ferrat,
in der Nähe von Vence, an der Côte d'Azur und malte noch im selben
Jahr Wandmalerein für das Watergate Theatre in London. Im Jahre 1950
zog Chagall in ein Haus in Saint-Jean-Cap-Ferrat und beschäftigte sich
erstmals mit Keramik. Eine Retrospektiv-Ausstellung fand im selben Jahr
im Kunsthaus von Zürich statt.
Am 12. Juli des Jahres 1952 heiratete Chagall die Russin Walentina Brodsky,
die er nur liebevollVava nannte, und die seine weitere Schaffenskraft
sehr positiv beeinflusste. Mir ihr reiste er nach Griechenland, um sich
auf die Lithographien zu Daphnis und Chloë vorzubereiten,
mit denen er vom Kunstkritiker und Verleger Tériade bauftragt worden
war. Dieser veröffentlichte im selben Jahr auch die Fabeln von La Fontaine
mit Chagalls Illustrationen. Es folgte 1953 eine Ausstellung im Palazzo
Madama in Turin; im gleichen Jahr entstanden eine Reihe von Bildern, die
Chagall Paris widmete, einem zweiten Wizebsk. Darunter waren
Bilder wie Die Seinebrücken oder Das Marsfeld.
Wenn man in einem Bild ein Symbol entdeckt, so habe ich das nicht
gewollt. Es ist ein Ergebnis, das ich nicht gesucht habe. Es ist etwas,
was sich hinterher findet und was man nach seinem Geschmack deuten kann.
Marc Chagall
1954 reiste Chagall zum zweiten Mal nach Griechenland und begann die Arbeiten
an Daphnis und Chloë, das 1961 erschien. In der Kestner-Gesellschaft
in Hannover hatte Chagall 1955 eine Ausstellung; außerdem nahm er
an der der documenta 1 (1955), der documenta II (1959) und auch der documenta
III im Jahr 1964 in Kassel teil. Ausstellungen in Basel und Bern folgten
1956. In Israel eröffnete er 1957 das Chagall-Haus in Haifa. Die Bibel-Illustrationen
erschienen im selben Jahr bei Tériade. Außerdem stattete Chagall
das Baptisterium der Kirche von Plateau-d'Assy in Savoyen aus. Im Jahre
1958 stattete Chagall das Ballet Daphins und Chloë von
Ravel für die Pariser Oper aus und hielt sowohl in Chicago als auch
in Brüssel Vorträge. Zudem entwarf er noch im selben Jahr Glasfenster
für die Kathedrale von Metz. Im darauffolgenden Jahr wurde Chagall
Ehrenmitglied der American Academy of Letters an Arts und bekam
den Ehrendoktor der Universität von Glasgow. Zudem hatte er im selben
Jahr Retrospektiv-Ausstellungen in Hamburg, München und Paris und malte
ein Wandbild für das Foyer des Frankfurter Schauspielhauses.
Gott, die Perspektive, die Farbe, die Bibel, Form und Linien, Traditionen
und das, was man das Menschliche nennt - Liebe, Geborgenheit,
Familie, Schule, Erziehung, das Wort der Propheten und auch das Leben mit
Christus, all das ist aus den Fugen gegangen. Vielleicht war auch ich mitunter
von Zweifeln besessen, und dann malte ich eine ungestülpte Welt, ich
trennte die Köpfe meiner Figuren ab, zerlegte sie in Stücke und
ließ sie irgendwo im Raum meiner Bilder schweben.
Marc Chagall
Im Jahre 1960 konnte Chagall bereits die ersten Fenster für die Kathedrale
von Metz ausführen und bekam noch im selben Jahr, zusammen mit Oskar
Kokoschka, den Erasmus-Preis in Kopenhagen. Im darauf folgenden Jahr bekam
Chagall von der Synagoge der Hadassah-Universitätsklinik den Auftrag
12 Fenster umzugestalten. So reiste Chagall, im nächsten Jahr, nach
Jerusalem um die Glasfenster einzuweihen. Noch im selben Jahr konnte Chagall
seine Arbeiten an den Fenster für die Kathedrale von Metz beenden.
Außerdem wurde Chagall Ehrenbürger von Vence. Im Jahre 1963 hatte
Chagall seine ersten Retrospektiv-Ausstellungen in Japan, Tokio und Kyoto,
reiste noch im selben Jahr nach Washington und stellte die Glasfenster für
das nördliche Querschiff der Kathedrale von Metz fertig. 1964 reiste
Chagall nach New York und malte dort an Glasfenstern im UN-Hauptquartier
und an den ersten Fenstern für die Kirche von Pocantica Hill, New York.
Außerdem konnte er die Deckengemälde für die Pariser Oper
fertigstellen und einweihen.
Im Jahre 1965 arbeitete Chagall an Wanddekoration für Tokio und Tel
Aviv und begann noch im selben Jahr an Gemälden für die neue New
Yorker Metropolitan Opera im Lincoln Center zu arbeiten, sowie an Dekoration
für Mozart´s Zauberflöte. Chagall konnte im
darauf folgenden Jahr eine Folge von acht Fenstern für die Kirche von
Pocantino Hill fertigstellen und entwarf noch im selben Jahr eine Mosaikwand
und zwölf Wandfelder für das israelische Parlamentsgebäude
in Jerusalem. In Paris entstanden für dasselbe Gebäude drei mehr
als sechs Meter breite Gobelins. Des weiteren konnten die beiden Wandbilder
in der New Yorker Metropolitan Opera angebracht werden. Chagall zog mit
seiner Familie noch im selben Jahr von Vence in ein neu erbautes Haus im
benachbarten Saint-Paul-de-Vence. Ausserdem schenkte Chagall dem französischen
Staat 17 Bilder seiner Biblischen Botschaft. Die französische Regierung
beschloss daraufhin den Bau des Musée National Message Biblique Marc
Chagall in Nizza, welches 1973 eröffnet wurde. Im Jahre 1967 besuchte
Chagall die Premiere von Mozart´s Zauberflöte, für
welche er Dekorationen und Kostüme entwarf. Außerdem gibt es
zwei große Retrospektiv-Ausstellungen in Köln und Zürich
zum 80. Geburtstag von Chagall sowie in der Fondation Maeght in Saint-Paul-de-Vence
und die Ausstellungen Message Biblique im Louvre und Chagall
théâtre in Toulouse. Noch im selben Jahr entwarf Chagall
drei große Gobelins für das Parlament in Jerusalem und begann
an den Malarbeiten für die Kirchenfenster für die Kirche von Tudeley,
Kent. Die Religionszugehörigkeit spielte weder für Chagall noch
für seinen Auftraggeber eine entscheidende Rolle; Chagall stattet Kirchen
wie Synagogen gleichermaßen aus.
Ein guter Mensch kann bekanntlich ein schlechter Künstler sein.
Aber niemals wird jemand ein echter Künstler, der kein großer
Mensch und daher auch kein guter Mensch ist.
Marc Chagall
Im Jahre 1968 reiste Chagall wieder nach Washington und fing an, die Glasfenster
für den Nordumgang der Kathedrale von Metz zu malen. Am 4. Februar
des darauf folgenden Jahres war die Grundsteinlegung für die Stiftung
Message Biblique in Nizza. Im Juni des selben Jahres reiste
Chagall nach Israel um die Gobelins im neuen Parlament von Jerusalem einzuweihen.
Im September des Jahres 1970 wurden die Glasfenster im Chor der Fraumünster
Kirche in Zürich eingeweiht. Des weiteren gab es die Ausstellung Hommage
á Chagall im Pariser Grand Palais. Chagall begann im Jahre
1972 mit dem Mosaik für die First National Bank in Chicago. Im darauf
folgenden Jahr wurde das Musée National Message Biblique Marc
Chagall in Nizza. Im Frühjahr des Jahres 1974 reiste Changall
nach mehr als 50 Jahren wieder nach Moskau und Leningrad (heutiges Sankt
Petersburg). Im Juni des selben Jahres wurden in der Kathedrale von Reims
die Fenster eingeweiht. Noch im Spätsommer reiste Chagall nach Chicago
zur Einweihung des Mosaiks Die vier Jahreszeiten.
Im Jahre 1975 wurden Arbeiten auf Papier von Chagall in Chicago ausgestellt.
Noch im selben Jahr reiste Chagall für eine zweijährige Wanderausstellung,
welche durch fünf japanische Städte führte, nach Japan. Im
Jahre 1977 erhielt Chagall vom Präsidenten der Republik Frankreichs
das Große Kreuz der Ehrenlegion. Chagall reiste noch im selben Jahr
nach Italien und nach Israel und begann noch im selben Jahr die Fenster
für die Pfarrkirche St. Stephan in Mainz zu malen durch Vermittlung
des dortigen Pfarrers Klaus Mayer mit den Kirchenfenstern, die ein Zeichen
für jüdisch-christliche Verbundenheit und Völkerverständigung
darstellen. Chagall konnte bis zu seinem Tod insgesamt neun fertigstellen.
Im Jahr darauf gab es eine Ausstellung in Florenz. Im Jahre 1980 gab es
eine Ausstellung in New York sowie in Genf.
Im Jahre 1980 wurde die Psalmen Davids im Musée National
Message Biblique in Nizza asugestellt. Im darauf folgenden Jahr gab es Graphikausstellungen
in Hannover, Paris und Zürich sowie im Jahre 1982 Retrospektiv-Ausstellungen
im Moderna Museet in Stockholm und im Louisana Museum im dänischen
Humlebæk, welche bis März des darauf folgenden Jahres liefen.
Im Jahre 1984 gab es Retrospektiv-Ausstellungen im Pariser Centre Pompidou,
in Nizza, Saint-Paul-de-Vence, Rom und in Basel. Im drauf folgenden Jahr
gab es zwei große Retrospektiv-Ausstellungen in der Royal Academy
of Arts in London und im Philadelphia Museum of Art.
Chagall starb am 28. März 1985, im Alter von 97 Jahren, in Saint-Paul
de Vence.
Symbole in den Werken
* Die Kuh steht bei Chagall für das Leben schlechthin (Milch, Fleisch,
Leder, Horn, Kraft). Ein weiteres Lebenssymbol ist der Baum.
* Der Hahn bedeutet Fruchtbarkeit. Chagall malt ihn meistens in Zusammenhang
mit Liebespaaren.
* Der meist nackt dargestellte Busen symbolisiert für den ausgesprochenen
Verehrer von Frauen sowohl Erotik als auch Fruchtbarkeit und Leben.
* Der Geiger musizierte in Chagalls Heimatstadt Wizebsk an Knotenpunkten
des Lebens (Geburt, Hochzeit, Tod).
* Der Hering (oft auch als fliegender Fisch dargestellt) erinnert an die
Tätigkeit von Chagalls Vater in der Fischfabrik.
* Die Pendeluhr geht zurück auf die bescheidene Wohnstube der Chagalls
und stellt die Zeit dar (in der Zeit der Verfolgung an der Loire erscheint
das Pendel wie in den Uhrenkasten gerammt).
* Der Kerzenleuchter symbolisiert den Shabbat (zwei Kerzen), die Menora
(siebenarmiger Leuchter) oder den Chanukka-Leuchter und somit das Leben
frommer Juden (Chassidim).
* Fenster betonen die Freiheitsliebe Chagalls, blaue Farbtöne stehen
dabei für Transzendenz.
* Die Häuser von Wizebsk (u.a. auch in den Bildern der Pariser Zeit)
symbolisieren das Heimatgefühl des Malers.
* Die Zirkusszenen stellen die Harmonie von Mensch und Tier dar und entfalten
die Kreativität des Menschen.
* Der gekreuzigte Jesus repräsentiert als Jude meist die Verfolgung
der Juden in Europa durch den Nationalsozialismus.
*Artikel Marc Chagall. In: Wikipedia, Die
freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 1. März 2007, 16:41 UTC.
URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Marc_Chagall&oldid=28523404
(Abgerufen: 5. März 2007, 08:14 UTC)*
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